Kabarett Kritiken

I Stangl entdeckt das Bobo-Bashing

Lexikon | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Für einen echten 68er ist I Stangl ein bisschen zu jung – damals war er erst 13. Zum Glück schaute die Revolution, „die faule Sau“, erst ein paar Jahre später in Österreich vorbei, weshalb der Kabarettist mit Recht behaupten kann, einer „Heldengeneration“ anzugehören. Nach Andreas Vitásek („My Generation“) erinnert sich nun auch der 55-jährige Stangl an seine Jugend. Wer sich aber einen Abend mit Schwänken aus dem Leben des Künstlers erwartet, wird halbwegs enttäuscht. Stangls 20. Soloprogramm „Wir Helden – Born To Be Wild“ beginnt zwar mit selbstironischen Reminiszenzen an eine Zeit, die er hauptsächlich im Café Merkur verbrachte (wo er das Vernichten von Großen Braunen zum politischen Akt verklärte). Aber spätestens wenn Stangl nach der Pause zum Bobo-Bashing ansetzt, bekommt das Programm einen onkelhaften, abgestandenen Hautgout: Wickie, Slime und Paiper für die Generation 50 plus. Wer heute noch Witze über die Generation Umhängetasche machen will, der muss entweder sehr gute Pointen haben – oder auf ein Publikum zielen, das davon noch nie etwas gehört hat. Letzteres wird viel Spaß mit diesem Abend haben. WK

Kabarett Niedermair, Mo 19.30


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