MusiktheaterKritik

Ernst und ironisch: Tancredi an der Wien

Lexikon | Andreas Dallinger | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Gioachino Rossini war ein ebenso ideenreicher Koch wie Komponist. Selbst in seinen heroisch-tragischen Opern sind Wohlgeschmack und Sinnenfreude fixe Zutaten der Partiturrezeptur, gespickt mit einer nicht zu unterdrückenden guten Laune. Im Theater an der Wien versucht Regisseur Stephen Lawless, Rossinis „Tancredi“ ernst und zugleich auch ironisch zu erzählen. René Jacobs am Pult des Orchestre des Champs-Élysées schafft eine transparente, schlanke, sehr akkurate Wiedergabe. Aber nach prächtigem Beginn geht dem Abend szenisch wie musikalisch souffléartig die Luft aus – und bleibt auf den brillant beweglichen, leuchtenden Stimmen von Aleksandra Kurzak und Colin Lee sitzen.

Theater an der Wien, Fr 19.00


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