Tipp Klassik

Wien Modern eröffnet mit Gérard Grisey

Lexikon | Carsten Fastner | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Aus fünf einsamen Tönen formt sich eine klingende Spirale, und die wiederum entfaltet sich über knapp zwei Stunden hinweg zu einer raumgreifenden Steigerung ins Unermessliche, vom Bratschensolo bis zum großen Orchesterapparat. Mit „Les Espaces Acoustiques“ schuf der französische Komponist Gérard Grisey in den 70er-Jahren eine biomorphe Transformation der Klänge, jenseits von Tonalität und Serialismus. Das gewaltige Crescendo ist ein Klassiker der Musique spectrale, präsentiert alle Möglichkeiten dieser Kompositionsschule, die sich gleichsam auf das Innenleben der Töne konzentriert. Oft ist das Stück angesichts des enormen Realisierungsaufwands nicht zu hören. Zur Eröffnung von Wien Modern 2009 bieten das Klangforum Wien und das SWR Sinfonieorchester unter Sylvain Cambreling die seltene Gelegenheit.

Konzerthaus, Do 19.30


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