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Kunstschauen en passant

Lexikon | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Inmitten einer Baustelle am Praterstern steht sie da: Die „Lichtdusche“ von Viktoria Tremmel und Andreas Strauss. Vor allem jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, ist sie eine willkommene künstlerische Geste. Gemeinsam mit fünf weiteren Arbeiten des Projekts „Urban Signs – Local Strategies – Continued“ wertet die Installation den unwirtlichen Außenraum rund um den Nordbahnhof zurzeit auf.

Marita Fraser und Alex Lawler haben Absperrungen aus Beton partiell bemalt und zu einer tonnenschweren Skulptur gestapelt. Christian Mayer wird demnächst die große, drehbare Weltkugel vom nahe gelegenen Planetarium auf den Bahnhofsvorplatz verlegen. Blickt man durch Johannes Vogls auf Stahlstangen gespannte Plane hindurch in den Himmel, ist man von scherenschnitthaften Baumkronen umgeben.

Reagieren diese Arbeiten auf bestimmte Gegebenheiten vor Ort, so richtet Nikolaus Gansterer seinen Blick auf die Welt. Städtenamen von A bis Z hat er an der Außenfassade des Bahnhofsgebäudes aufgelistet und zeigt dazu abstrahierte Stadtpläne.

Sofern sie nicht Stein des Anstoßes ist und öffentliche Diskussionen in Gang setzt, will Kunst im öffentlichen Raum oft erst entdeckt werden. Vor allem dann, wenn sie so dezent in Erscheinung tritt wie Sonja Gangls von hinten beleuchtetes Tableau am Gebäude des Fluc, wo es wohl vor allem nachts die Blicke auf sich zieht. Erhöhte Aufmerksamkeit ist also geboten. Sonst könnte man die Zeichen, die über den Informationsgehalt von Werbetafeln und Straßenschildern hinausgehen, allzu leicht übersehen. MJ

Freiraum um den Bahnhof Praterstern/Fluc,

bis 1.12.


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