Noch im Kino

„Diese Nacht“ — Endspiel à la Werner Schroeter

Lexikon | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Ossorio, der Anführer einer gescheiterten Widerstandsbewegung, kehrt zurück nach Santa María, einer belagerten Stadt, in der der Bürgerkrieg tobt. Doch statt der einstigen Freunde und seiner Geliebten findet er dort Verzweiflung, Gewalt und Tod. „Nuit de Chien“ (deutscher Verleihtitel „Diese Nacht“), ein mit Pascal Greggory, Amira Casar, Nathalie Delon, Sami Frey, Bulle Ogier prominent besetztes „Endspiel“ von Werner Schroeter, dem „Cocteau unserer Zeit“ (Libération), beginnt verhalten, schon beinahe idyllisch, steigert sich dann aber umso konsequenter in einen bunten, theatralischen, anrührenden Fatalismus, bis am Schluss ein jeder nur mehr die eigene Haut zu retten versucht. Ein spätes Meisterwerk, das mit Shakespeare endet und beginnt: „Von allen Wundern, die ich je gehört, scheint mir das größte, dass sich die Menschen fürchten; da sie doch sehen, der Tod, das Schicksal aller, kommt, wann er kommen soll.“ MO

Weiterhin im Filmhauskino (OmU)


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