Buch der Stunde

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Alles, was man weiß, vergessen“, hat Rainald Goetz (Jahrgang 1954) als Motto seinem neuen Buch „loslabern“ vorangestellt. Unter diesen Vorzeichen ist Goetz’ Schreiben aber immer schon gestanden: Der studierte Mediziner und Historiker, Zeitungs-Junkie und Ex-Raver will alles immer wieder neu und von Grund auf begreifen. Und kommt doch nicht raus aus seinem vollgeräumten Hirn. Diese Spannung macht die Lektüre seiner Texte zu einer Grenzerfahrung zwischen Erkenntnis, Ärger, Gelächter und Staunen. Nach einer langen Publikationspause hat Goetz sich 2007/08 mit dem Internettagebuch „Klage“, das anschließend auch in einer Buchversion erschien, wieder an die Gegenwart herangetastet. Die Düsternis, die über den Notaten aus dieser Zeit hing, blitzt in dem neuen Buch nur noch in einigen wenigen Passagen auf. Suizid, ein Thema, das Goetz sichtlich beschäftigt, wäre für ihn freilich kein Ausweg: Was würde er nicht alles versäumen!

„loslabern“ sammelt seine Blitzüberlegungen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige