Kommentar

Olympisches Komitee: Demokratie ist, wenn alle klatschen dürfen

ÖOC


Johann Skocek
Falter & Meinung | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Das Österreichische Olympische Comité (ÖOC) erhält diese Woche, genau am 22. Oktober, den Generaldirektor der Casinos Austria, Karl Stoss, als neuen Präsidenten. Die Hauptversammlung des Vereins ÖOC vollzieht eine noch unter dem damaligen Bundeskanzler und Sportminister Alfred Gusenbauer getroffene Vereinbarung der Koalitionspartner: Peter Wittmann, der Präsident der roten Askö, wird Präsident der Bundes-Sportorganisation, dafür folgt der bürgerliche Stoss Leo Wallner nach den Casinos Austria auch auf den ÖOC-Thron.

Leo Wallner verhielt sich vereinbarungsgetreu. Als er Mitte September in einer ÖOC-Vorstandssitzung zurücktrat, erwähnte er Stoss nicht. Es war nicht notwendig. Es genügte, dass er ihn den Medien als würdigen Nachfolger hinstellte und SP-Sportminister Norbert Darabos öffentlich zustimmte.

Deutlicher kann man die Folgsamkeit des Sports gegenüber der Politik und die Unerheblichkeit eines Gremiums (in diesem Fall: das ÖOC) für seine eigenen Belange nicht ausdrücken.

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