Kolumne

Demokratie und Islam: warum Europa die Türkei braucht

Außenpolitik


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Als vor 20 Jahren die Sowjetunion zerfiel, lag ein Brennpunkt des nationalistischen Revivals in der kleinen Sowjetrepublik Armenien. Gegen den Willen des Kreml unterstützte Armenien eine bewaffnete Untergrundbewegung in der zu Aserbaidschan gehörenden Enklave Bergkarabach. Lange bevor die Demokraten in Moskau es wagten, auf die Straße zu gehen, durchbrachen Demonstranten in Erewan alle polizeistaatlichen Regeln und protestierten gegen „die Türken“. Gemeint waren die sowjetisch-aserbaidschanischen Behörden, die versuchten, Kontrolle über Bergkarabach zu erhalten.

Die islamischen „Türken“, das waren ewige Todfeinde des christlichen, armenischen Volkes. Die Erinnerung an den Völkermord im Osmanischen Reich 1915–1917, den die moderne Türkei nicht anerkennen will, ist das identitätsstiftende Band zwischen Armeniern weltweit. Fast 100 Jahre blieb die armenisch-türkische Grenze geschlossen. Das soll nun anders werden. Ein jahrelanges Abtasten zwischen den Staaten trägt Früchte.

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