Geber gegen Nehmer

Politik | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Wie ÖVP-Chef Josef Pröll eine alte Debatte um den Sozialstaat wieder anheizt

Bericht:Julia Ortner

Hier spricht ein Mann, der sein „Vize“ vor dem Kanzler gerne vergessen lassen möchte. Dafür wählt Finanzminister und ÖVP-Chef Josef Pröll bei seiner pompösen Rede zur Lage der Nation die richtigen Worte. Harte Worte. Nein zur Umverteilung. Nein zu Steuern für die Werktätigen, die jeden Tag brav arbeiten. Aber Ja zum Sparen und zu mehr „Leistungsgerechtigkeit“.

Vom Vorarlberger Landwirt bis zur Wiener Polizistin lobt er seine „Leistungsträger“, die mit ihren Steuern all jene unterstützen, die nicht arbeiten: „Das sind die Geber, die wir heute einmal beim Namen nennen wollen: Die Nehmer sind uns allgemein bekannt.“ Der oberste Finanzmanager der Republik fordert ein Transferkonto, auf dem alle Beihilfen pro Haushalt dargestellt werden. Das ist wohl der spannendste Punkt der Rede. Denn er sagt Grundlegendes über den schwarzen Kurs aus.

Geber gegen Nehmer heißt das Match,

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