Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Stefan Apfl | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Wie der Bundeskanzler der Staatsspitze einen Streich spielte

Als eine gediegene Altherrenrunde das Haus der Europäischen Union vergangenen Freitag in sozialpartnerschaftlicher Eintracht in der Wiener Innenstadt eröffnete, lautete die Botschaft: Wir bringen Europa seinen Bürgern näher. Drinnen, in einem glasüberdachten Innenhof, reihten sich ergraute Botschafter, Minister und EU-Offiziere um die EU-Flagge. Draußen wartete: kein Bürger. Die Securitys hätten ihn auch nicht in die geschlossene EU-Gesellschaft vorgelassen. Bevor eine Kindergruppe im internationalen Trachtenlook das Rahmenprogramm mit einem Abba-Song beendete, sprachen sieben Redner wie Bundespräsident Heinz Fischer (SPÖ), Kommissionspräsident José Barroso und Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner (ÖVP) weitgehend emotionsfrei über Demokratie, Transparenz und Wohlstand. Einzig Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) spielte der versammelten Staatsspitze einen Schildbürgerstreich – und blieb fern.


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