Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Bernhard Riedmann | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Was macht der Herminator in der Pension, Herr Pruschak?

Ob er der beste österreichische Skifahrer aller Zeiten war, darüber kann man streiten. Dass er der erfolgreichste war, steht zweifelsohne fest: 54 Weltcup-, zwei Olympia-, drei Weltmeistertitel und vier Gesamtweltcupsiege.

So fleißig wie Hermann Maier hat kein anderer österreichischer Skirennläufer jemals Pokale gesammelt. Für Raiffeisen-Marketing-Direktor Leo Pruschak ist Maier außerdem das erfolgreichste österreichische Werbetestemonial aller Zeiten. Jeder kenne den gelben Helm auf dem Kopf des Herminators, meint Pruschak. Fragt man Herrn und Frau Österreicher nach einem Prominenten, nennen zwei von drei spontan den Herminator. Noch mehr, nämlich knappe 80 Prozent, wissen, dass er im Werbestall des pferdeköpfigen Giebelkreuzes anschafft.

So einen lässt man nach dem Karriereende nicht einfach links liegen. „Die Entwicklung über die Jahre war unglaublich. Die Werbeawareness der Marke Raiffeisen ist in dieser Zeit um 33 Prozent gestiegen“, schwärmt Pruschak, „das Unglaubliche ist aber: Der Hermann hat sich sogar von Erfolgen unabhängig gemacht. Misserfolge machen ihn sogar sympathischer.“

Das ist für einen Sportler tatsächlich sehr ungewöhnlich. Armin Assinger, der „nur“ vier Weltcupsiege ins Ziel fuhr, hat dieses Kunststück als einer der wenigen bereits vor dem Hermann zu Wege gebracht. Andere Sportler hingegen, wie aktuell der Schwimmer Markus Rogan, haben durch ausbleibende Erfolge auch ihren Werbewert verspielt. Für Rogan bedeutete Rang vier bei Olympia auch das Ende der Partnerschaft mit seinem Sponsor Raiffeisen.

„Eine Bank, die in guten wie in schlechten Zeiten für dich da ist, dafür stehen wir“, sagt Pruschak. Deswegen werde man die Zusammenarbeit auch fortsetzen – mit Hermann Maier.


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