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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Der Österreicher unterscheidet sich vom Deutschen durch die gemeinsame Sprache. Das zeigt der Fall des Ex-SPD-Politikers Thilo Sarrazin besonders deutlich. In einem Interview beklagte Sarrazin, die Türken würden das Land mit hoher Geburtenrate erobern. In Deutschland führte dies zu einer Debatte über Missstände, die in Einwanderungsgesellschaften zweifelsohne bestehen. Jörg Lau wies Sarrazin in der deutschen Zeit in die Schranken, forderte aber eine New Deal-Politik im Umgang mit Migranten. Und was macht die hiesige Tageszeitung Presse, welche sich bürgerliche Diskurshoheit gerne auf die Fahnen schreibt? Christian Ortner gefällt sich darin, Sarrazin formal und inhaltlich Recht zu geben. Kollegin Martina Salomon bereichert die Debatte mit Straßenszenen aus Favoriten, anstatt Fakten zu liefern. Und Chefredakteur Michael Fleischhacker? Der schreibt „Wir kapitulieren nicht“ (vor Ausländern) und verhöhnt die politisch Korrekten. Man darf gespannt sein, wie er im Wien-Wahlkampf FPÖ-Plakate als wertvolle Diskussionsbeiträge lobt.


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