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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Seit Jahren kursiert eine Liste im Web. Sie heißt „35 Gründe, warum du internetsüchtig bist“ und ist typischer Nerd-Humor. Demnach ist man internetsüchtig, wenn das eigene Haustier eine Homepage hat oder man im echten Leben „LOL“ (laughing out loud) sagt, statt zu lachen. Besonders bedenklich stimmt mich aber folgender Punkt: „Du bist internetsüchtig, weil du bei www.wetter.de nach dem Wetter schaust, anstatt aus dem Fenster zu gucken.“ Ich fühle mich da ertappt. Denn ich versuche, möglichst viele Tätigkeiten durch Mausklicks zu ersetzen. So kaufe ich bei Amazon, sehe online und nicht im Wörterbuch nach. Selbst die Nahrungsbeschaffung habe ich ausgelagert. Zum Beispiel an Mjam.net, ein Online-Essensbestellservice. Mjam gibt es seit kurzem auch am iPhone als Applikation (mit dem kreativen Namen „iHunger“). Kollege W. findet es ja total degeneriert, dass ich mir Essen zustellen lasse, anstatt selber zu kochen. Aber das ist notwendig. Wie würde ich denn sonst die ganze Zeit fürs Twittern und Facebooken aufbringen?


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