„Ich bin ein intelligenter Mensch, der was Dummes macht“

Feuilleton | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Der deutsche Malstar Daniel Richter über linke Spießer, theorielastige Künstler und ernsthafte Wiener

Interview: Matthias Dusini

Malerei ist heute ein vor allem deutsches Markenprodukt, und Daniel Richter, 47, einer der Qualitätsproduzenten. Der in Hamburg lebende Künstler begann, – nach einigen Jahren in der Hausbesetzerszene – erst mit 30 zu studieren. Obwohl er noch kaum nennenswerte Museumsausstellungen gemacht hat, wird er als Malstar gehandelt, dessen Werke bei Auktionen hunderttausende Euro erzielen. Er ist seit 2006 Professor an der Wiener Akademie der bildenden Künste.

Im Essl Museum ist nun eine Auswahl seiner Werke zu sehen, die sich in zwei Phasen unterteilen lassen. Anfänglich malte Richter abstrakt-expressive Bilder, in denen formale Variationsmöglichkeiten durchdekliniert werden: Linien, Würfel, Raster, scharfe und fleckige Stellen, verwischte und tropfende Farben. Seit zehn Jahren malt Richter figurativ: allegorische Arbeiten wie „Die Horde“ (2007), die aus

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