Alle helfen diesmal allen

Feuilleton | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Die Viennale eröffnet heuer mit einer heimischen Produktion: „La Pivellina“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel

Kritik: Michael Omasta

Herkules! Eine nicht mehr ganz junge Frau läuft durch menschenleere Straßen. Wo ist der verdammte Köter nur schon wieder hin? Auf einer Schaukel am Spielplatz sitzt ein kleines Mädchen. Weit und breit niemand zu sehen. Herkules nicht und die Mutter der Kleinen schon gar nicht. Es wird dunkel, und zu regnen beginnt’s obendrein. Wie heißt du denn, Kindchen, fragt die Frau das Mädchen. Aia!

Ein bisschen wirken die Frau mit den knallrot gefärbten Haaren und das Kind mit dem rosaroten Ganzkörperanorak wie notgelandete Außerirdische in einem Science-Fiction-Film. Schauplatz von „La Pivellina“ ist San Basilio, ein Vorort von Rom. Hier wohnen Menschen am Rand der Gesellschaft, buchstäblich. Hier werden Kinder ausgesetzt wie Hunde, und statt Herkules nimmt Patrizia nun eben Aia mit sich nach Hause.

Aia heißt eigentlich Asia, und Patrizia wird von


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