Wiederbegegnung mit den Beatles, Teil 6: Mono oder Stereo? Das ist eine Frage der Philosophie!

Feuilleton | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Enthusiasmus-Serie: Robert Rotifer

Es gibt ein britisches TV-Interview aus dem 65er-Jahr, da sitzt ein junger Pete Townshend sehr locker auf einem Hocker und sagt: „Neulich haben wir uns eine dieser neuen Stereoplatten von den Beatles angehört, wo die Stimmen aus dem einen Lautsprecher kommen und die Begleitung aus dem anderen. Und wenn man sich einmal wirklich nur den Backing Track anhört, also die Beatles ohne Stimmen, dann ist das ziemlich lausig.“

Niemand hätte damals geahnt, dass unter der Alleinherrschaft der Stereo-LP aufgewachsene Nachgeborene just diese lausig unbalancierte Version gierig inhalieren würden. Wie alle ernsthaften Beatles-Sammler immer schon wussten, war der billigere Mono-Mix bis Ende der 60er die einzig wahre, weil auf den Kernmarkt der Teenies zugeschnittene Variante. Den Stereomix pflegte George Martin bloß als Fleißaufgabe hinzupfuschen, und anfangs wusste er mit dem neuen Medium nur sehr brachial umzugehen: ganz links, ganz rechts und ja nichts dazwischen.


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