„Die Jungs wichsen, wir nicht“

Feuilleton | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Bettina Köster, prägende Figur der Berliner New-Wave-Szene, meldet sich mit ihrem späten Solodebüt zurück

Feature: Gerhard Stöger

Helter Skelter!“ Mit Grabesstimme ertönen diese beiden Worte, gefolgt von einer minimalistischen Coverversion des gleichnamigen Beatles-Klassikers. Ein geradliniger Beat, ein monotoner Basslauf und ein kurz hineinquietschendes Saxofon begleiten den eisigen Gesang, der ungestüme Lärm des Originals weicht hypnotischer Strenge.

So beginnt „Queen of Noise“, das späte Solodebüt der beinahe vergessenen Berliner New-Wave-Ikone Bettina Köster. Die 50-Jährige war Sängerin und Saxofonistin der stilprägenden Frauenbands Mania D und Malaria; gemeinsam mit Bandkollegin Gudrun Gut betrieb sie in den ausgehenden 70ern auch den Eisengrau-Laden, einen Szenetreff der entstehenden „Geniale Dilletanten“-Szene (sic!) um Figuren wie Blixa Bargeld.

Nach dem Ende von Malaria ist Köster aus der Musikwelt verschwunden und erst vor wenigen Jahren als Teil des experimentellen

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