Nüchtern betrachtet

Sogar Radler können gute Menschen werden

Feuilleton | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Weil ich keine Viennale zu eröffnen habe (und heuer gar meinen Eröffnungsstellvertreter entsenden muss, damit mir der dann berichtet, was ich versäumt habe), steht für meine Bußpredigten und Reden an die Nation nicht das Gartenbaukino, sondern nur dieses Kastl zur Verfügung. Für mich reicht das aber, ich kann mich ja auch kurz fassen, sogar beim Thema sekundäre Nettigkeit, das diesmal zu erörtern ich letzte Woche versprochen habe. Eigentlich wäre ich selber fast lieber von primärer Nettigkeit, also ein Naturnetter, dem das Nettsein quasi im Blut liegt und der sich dann ein bisschen Grobheit antrainieren müsste, damit die Unverschämten ihren Tätigkeitsbereich nicht zu seinem Nachteil erweitern, denn darauf sinnen die Tag und Nacht. Nun bin ich aber durchaus kein Grobian von Geburt an, sondern mehr ein zartfühlendes Kerlchen, das sich die Verbreitung des Guten, Wahren und Schönen

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