Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Das ist die neue Deppertness

Leute, die einen aus der U-Bahn nicht aussteigen lassen, die mit ihren Rucksäcken, rollenden Einkaufstaschen und Gepäckstücken Eingänge blockieren, die hatten wir schon. Ja, es dürfte sich auch immer noch nicht herumgesprochen haben, dass man auf Rolltreppen bitte rechts steht und links geht – zumindest in so urbanen Gegenden wie in unserem schönen Städtchen. Dass Wienerinnen und Wiener dort zur Pulkbildung neigen, wo andere Großstadtmenschen saubere Warteschlangen bilden, damit muss man leben – vor allem in Viennale-Wochen wie diesen. Dass ihre Handys ekelhafte Klingeltöne besitzen und sie damit noch ekelhaftere Themen fernmündlich erörtern, daran haben wir uns gewöhnt. Da machen wir ja selbst schon gerne mit. Haben wir überhaupt nichts mehr dagegen. Schlaz auf der Straße? Da rutschen wir drüber! Hundstrümmerl? Da weichen wir aus! Die neue Deppertness sieht anders aus: Beim Verlassen von Theatern und Konzertsälen einfach kurz nach der Tür stehen bleiben und alles blockieren. Das. Geht. Nämlich. Wirklich. Nicht.


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