Vom Winter bleibt nur der Winter

Stadtleben | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Hermann Maier dankt ab und Österreichs Skifans stehen ganz allein in der Kälte

Analyse: Johann Skocek

Es ist der Dienstag vergangener Woche, 14 Uhr 3, und Hermann Maier weint. Er sei wieder gesund und gerade deshalb, sagt er, lässt den Satz in der Luft hängen und ringt um Fassung. Eine Minute lang. Dann quetscht er heraus, dass er seine Karriere mit dem heutigen Tag beende. Tränen gehören zu dem Menschen Maier wie grobe und große Sprüche: „Zeus werd ich aber nicht einholen“, sagte er zu seinem Olympiasieg drei Tage nach dem Abflug von der Abfahrtspiste in Nagano. Im Haus des Kaisers zu Wien, der Hofburg, beginnt er ein neues Leben.

Am 14. Februar 1998 sitzt Hermann Maier in einem vom ÖSV gemieteten Hotel in Hakuba und redet über seine olympische Luftfahrt mit 120 bis 150 Sachen vom Tag zuvor. Der Super G der olympischen Winterspiele ist verschoben worden, das Wetter auf den japanischen Inseln ist mit dem Skirennsport nicht kompatibel. Maiers Knie auch nicht. Blut rinnt ins Gelenk,


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