Der Kulturwissenschaftler Bernhard Tschofen über Maier und Skihelden

Stadtleben | aus FALTER 43/09 vom 21.10.2009

Heldenverehrung Funktioniert in Österreich nur für Skifahrer. In Maier liest man die Stoffe der Superhelden hinein. Im Ersten Weltkrieg haben viele Soldaten Ski fahren gelernt und nachher die Technik in die Täler getragen. Dort war der Ski ein Vehikel, um die spezifische österreichische Moderne zu gestalten, neue Körperbilder und Geschlechterverhältnisse auszuprobieren.

Nachkriegsglück Geschichten wie die vom Hermann Maier sind der Versuch, das Glück der Nachkriegszeit zu verlängern. Mit den Skierfolgen in der Nachkriegszeit hat man sich wieder einen Platz in der Welt erobert. Die Demütigung der anderen ist der Sinn. Das erinnert an Cordoba, und es war ein deutscher Rentner, der Maier aus der Bahn geworfen hat.

Authentizität – Inszenierung Skirennlauf ist eine andere Art von Popkultur. Da funktionieren die Zeichen: die Interviews mit den Skifahrern zuhause auf der Eckbank, Mütter und Freundinnen mit dem Edelweiß auf der Wange. Das ist eine uralte Masche, der Skitypus taucht


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige