Kritiken

Tragisches Dreieck: Nostalgie als Utopie

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Die in Anja Hillings neuem Stück beschworene ?Nostalgie 2175? besteht darin, dass die Welt, wie sie früher in Filmen war, im Jahr 2175 romantisch verklärt und an die Wände einer sonnenlichtlosen Zeit gepinselt wird. Die drei Protagonisten sind in eine Dreiecksgeschichte mit besonders tragischen Vorzeichen verstrickt, welche sich aus den kunstvoll düster erdachten Lebensbedingungen der fernen Zukunft ergeben. Haarlose Menschen agieren im Kosmos Theater um und auf einem weißen Podest. Taschko (Stefan Pohl) kann nach einer Vergewaltigung und einem ?Hautunfall? keinerlei Berührungen mehr ertragen und treibt dadurch seine Liebe Pagona (gespielt von Regisseurin Katrin Schurich) in die Arme von Posch (Michael Smulik), einem Überlebensberserker, der ihr auch prompt ein Kind macht. Das Stück ist die Botschaft an das ungeborene Kind, dessen Geburt den Tod der Mutter nach sich ziehen wird. Der Wechsel zwischen Erzählerin und Protagonistin gelingt Schurich nicht ganz, sodass es keine Möglichkeit gibt, tiefer in das Schicksal der drei einzutauchen.

Kosmos Theater, Fr, Sa 20.30


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