Kabarett Kritik

Dieses Programm ist besser als sein Titel

Lexikon | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Wer sich vom Titel abschrecken lässt, versäumt ein geniales und ebenso schelmisches wie philosophisches Werk. Und obwohl Werner Brix in seinem neuen Programm ?Megaplexx 2 ? Die besten Stellungen? eine ganze Reihe abgedroschener Themen bemüht, ist sein gestrauchelter Weltverbesserer, der im Pyjama und mit Kopfverband auf einem österreichischen Bahnhof festsitzt, während er einst auszog, die Welt zu entschleunigen, ein unheimlich schlaues und sympathisches Kerlchen. Als solches ist er nach der Pause dann auch ein Auserwählter im Endkampf um das schönste und geilste aller weiblichen Wesen: die Macht. Seine männlichen Mitstreiter sind berüchtigte Alpha-Figuren aus Weltpolitik, Finanzwirtschaft und Mythologie. Brix mutiert derweil zum Erzähler, gibt den gemeinsam mit dem Zug anreisenden Kandidaten mehr oder weniger originelle Stimmen oder preist in einem flott geloopten Song das Angebot des mobilen Bordservices an. Mit dem finalen Brunftgeschrei ist der Zustand der Welt ganz gut erklärt. BH

Szene Wien, Mi 20.00


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