Kommentar

Neuer Wien-Modern-Chef: Die schiefe Optik ist nicht das größte Problem

Kultur

Falter & Meinung | Carsten Fastner | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Es ist ein denkbar schlechter Start für den neuen künstlerischen Leiter von Wien Modern ? aber gar nicht so sehr aufgrund der unglücklichen Optik seiner Bestellung: Matthias Losek, der derzeitige Theaterreferent des Wiener Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny, übernimmt am 1. März 2010 das größte Festival zeitgenössischer Musik im Lande. Veranstaltet wird es ? von der Stadt Wien.

Inhaltlich liegt die Latte für Losek sehr, sehr hoch. Sein Vorgänger, Berno Odo Polzer, hat für Wien Modern ein Profil von seltener Stringenz und Konsequenz entwickelt. Ihm gelang es, den Mief der strengen Avantgardekammer zu entlüften, ohne populistisch zu werden, eigenständige Akzente zu setzen, ohne internationale Trends zu verschlafen.

Anders als die Wiener Festwochen bot er nicht nur Tourneezirkus, sondern nutzte auf originelle Weise das Potenzial der Stadt. Dass Polzer sich nicht installieren will und Wien Modern nach zehn Jahren verlässt, ehrt ihn. Notwendig gewesen wäre es noch nicht, da


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