Das Dorf der Eisenbahner

Politik | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

In Selzthal, der Gemeinde, die einmal Rußloch genannt wurde, zittern die Menschen um ihre Zukunft

Text und Fotos: Matthias G. Bernold

Da, wo sich der Gleiskörper öffnet, um seine Schienenglieder in Richtung Bischofshofen und Richtung Rottenmann auszustrecken, ebenda kam Andreas Sandner auf die Welt. Der Mann, der mit seinen graumelierten Haaren und dem Schnurrbart der Fußballlegende Hans Krankl ähnelt, deutet auf ein Fenster im Oberstock seines Elternhauses. Hinter dieser Scheibe, wo in eineinhalb Meter Entfernung die Dampfloks vorbeirumpelten und sich der Ruß aus den Rauchfangen in dicken Flocken sammelte, rückte ihn vor 56 Jahren die Mutter ins Leben.

?Die Eisenbahn hat Selzthal geboren?, sagt Sandner heute, ?wenn die Eisenbahn stirbt, wird auch Selzthal zugrunde gehen.?

Wie ein Seismograf verzeichnet die steirische Gemeinde die kleinen und großen Erschütterungen der Österreichischen Bundesbahn. Wenn im Nationalrat ? so wie in der vergangenen Woche ? ÖBB-Bedienstete in Bausch und


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