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Pressekolumne

Medien | Martin Gantner | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Die Überraschung muss groß gewesen sein in der Redaktion von Österreichs Hybridzeitung Österreich. Da grassiert vor der Tür die Neue Grippe und kein Schwein interessiert?s. Die Redakteure griffen zu ihren Hörern, um Prominente aus Sport, Politik und Kultur anzurufen und zu fragen, wer sich gegen die Grippe impfen lässt. Das Ergebnis: Von 25 Interviewten will kein einziger zum Arzt. Verteidigungsminister Norbert Darabos hält sich ?durch Obst gesund?, Herbert Prohaska meint, die Grippe sei ungefährlich, und Stefan Petzner hat ?Spritzen-Angst?. Offenbar verlief die Grippen-Hysterie in Österreich ohne Nebenwirkungen. Da war in den vergangenen Monaten von ?Horror-Prognosen?, ?Angst vor dem Super-Virus? und einer ?Explosion bei Neuerkrankungen? zu lesen. In der Medienwirkungsforschung wird vom ?Users and Gratifications?-Ansatz gesprochen. Dabei wird untersucht, warum Menschen die verschiedenen Medien nutzen. ?Zur Informationsbeschaffung? scheint im konkreten Fall jedenfalls nicht als Antwort infrage zu kommen.


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