Vom Theater zum Supermarkt ? und wieder zurück

Feuilleton | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Schon wieder eine neue Bühne in Wien: Das Theater Nestroyhof Hamakom schließt an eine bewegte Geschichte an

Reportage: Wolfgang Kralicek

Das große Theateraufsperren in Wien geht weiter. Kurz nach Palais Kabelwerk und Vindobona nimmt kommende Woche das Theater Nestroyhof den Spielbetrieb auf. Es handelt sich schon baulich um ein einzigartiges Theater: Der Bühnenraum befindet sich im Erdgeschoß eines großen Jugendstilwohnhauses am Nestroyplatz; durch die Glasdecke kommt Tageslicht herein und durch zwei große Fenster kann man in das benachbarte Architekturbüro schauen.

Das 1898 von Oskar Marmorek erbaute Haus hat eine bewegte Geschichte. Sie reicht zurück in eine Zeit, als die Praterstraße eine pulsierende jüdische Entertainmentmeile war. Im Nestroyhof wurde Varieté, Boulevard und literarische Avantgarde gespielt, im Keller war die verruchte Tanzbar Sphinx untergebracht, von 1927 bis zum ?Anschluss? beherbergte der Nestroyhof die Jüdischen Künstlerspiele.

Nach dem Krieg waren die


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