Wo sind die Televisionen hin?

Feuilleton | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Die Musik verdankt dem alten Fernsehen einige ihrer besten Momente. Wien Modern zeigt sie

Fernschau: Carsten Fastner

Der große Komponist lächelt noch ein wenig steif, der berühmte Literaturwissenschaftler windet sich verlegen. György Ligeti und Peter Wapnewski sitzen sich im Fernsehstudio gegenüber, um über Musik zu sprechen. Wapnewski, der zu dem Gespräch geladen hat, scheint dieser Rahmen unangenehm zu sein.

Er lässt einen Film vorspielen, der zu Ligetis Musik ziehende Wolkenfelder, Fisch- und Vogelschwärme zeigt. Dann wiegt er den Kopf und rückt heraus mit der Sprache: ?Also, ich hab da meine Bedenken. Ich hab ein bisschen die Sorge, dass Ihre Komposition degradiert wird zu einer Programmmusik, wenn ich dazu Bilder sehe.?

Und was tut Ligeti? Er wird auf einmal locker, lacht entwaffnend und sagt: ?Ja, aber da wir uns im Fernsehen befinden, kann man die Musik schwer ohne ein Bild zeigen.?

Die Szene stammt aus dem Musikmagazin ?Der Notenschlüssel?, einer Sendereihe, die der Altphilologe,

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