Handys aus, der Meister kommt!

Feuilleton | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Der Jazzpianist Keith Jarrett durchlitt eines seiner berühmten Solokonzerte und hat sein Testament gemacht

Ohrenzeuge: Klaus Nüchtern

Wenn Keith Jarrett ein Konzert gibt, sind alle gefordert ? auch die Zuhörer. ?Jedes Publikum ist ein Organismus, ein einziger Körper, von dem ich zwar getrennt bin, der mich aber beeinflusst. Also brauche ich die Hilfe des Publikums?, meinte Jarrett im Interview mit dem Falter anlässlich seines 60. Geburtstags im Mai 2005.

Und das Publikum ist sich seiner Verantwortung auch bewusst: Als Jarrett vor zwei Wochen die Philharmonie in Berlin mit seinem einzigen Solokonzert in Deutschland adelte, verharrten die 2400 Zuhörer in der ausverkauften Konzerthalle gut zehn Minuten respektvoll im Halbdunkel, ehe sie von einem Einheizer noch einmal zu diesem ?fantastic event? begrüßt und zur Ruhe ermahnt wurden: keine Handys, keine Fotos, kein Hüsteln, kein Garnix.

Dann kam der Meister und bedankte sich zunächst beim Münchner Produzenten und Label-Chef Manfred Eicher,

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