Nüchtern betrachtet

Alles, was geschrieben wird, ist wahr

Feuilleton | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Es wird in letzter Zeit erstaunlich viel über das Internet diskutiert. Dabei tun die Beteiligten so, als wäre unklar, wozu es gut ist, was es kann (vernetzen) und was nicht (Kaffee kochen). Ich schätze an solchen medientheoretischen Debatten vor allem die bizarre Begeisterungs- und Empörungsbereitschaft, die sie zu entfachen vermögen. Gewiss ist es bei der Erfindung der Schrift ähnlich heiß hergegangen, und es war womöglich gar nicht so klar, wer sich durchsetzen würde. Letztlich war es bekanntermaßen die Pro-Schrift-Fraktion, ein Umstand, dem wir so unterschiedliche Dinge wie ?Moby Dick?, ?Mein Kampf? oder die Übersetzungen von Gebrauchsanweisungen für taiwanesische Kleinstelektronikgeräte verdanken. Schwer zu sagen also, ob die Schrift eine gute Idee war.

Wer was schreibt, muss damit rechnen, dass es eventuell auch irgendwer liest. Je weiter der Abstand zwischen Niederschrift und

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