Vor der Zerreißprobe

Stadtleben | aus FALTER 44/09 vom 28.10.2009

Wir und unser Plastikplanet. Bringt es überhaupt etwas, auf Plastiksackerln zu verzichten? Besser wär es

Reportage: Anna Sawerthal

Eine Kuh steht in Indien am Straßenrand und frisst ein Plastiksackerl. Sie ist ausgemergelt, auf der Suche nach Futter. Das Sackerl scheint sie zu retten, aber eigentlich bringt es sie um. Seevögel verrecken am Plastik, die Sahara ist von den bunten Taschen zugemüllt und im Pazifik treibt der Müllstrudel sein Unwesen. Auf einer Fläche, so groß wie Mitteleuropa, schwimmen 60-mal mehr Plastikpartikel als Plankton.

Horrorszenarien wie diese gehen umweltbewussten Konsumenten an der Kassa im Supermarkt durch den Kopf. Statt zum Plastik- greifen viele deshalb zum Papiersackerl. Und tragen nicht nur die Einkäufe, sondern auch das gute Gewissen damit nachhause. Doch wie viel Anteil hat das Plastiksackerl überhaupt an der Misere? Der Klimaforscher James Lovelock meinte unlängst im Guardian: ?Die Diskussion, ob das Plastiksackerl gut oder schlecht ist, ist, wie

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