Kritiken

Frauen auf Glückssuche: Projekt misslungen

Lexikon | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Man soll von Äußerlichkeiten wie dem Titel nicht auf die Qualität einer Aufführung schließen. Aber eine Produktion namens "ARGOcalypse now" verheißt instinktiv nichts Gutes. Der 30-jährige Regisseur Simon Solberg hat mit den drei (famosen) Frauen aus dem Schauspielhausensemble ein "Projekt" erarbeitet, in dem die griechische Argonautensage ins Heute transponiert wird. Während Jason und seine Leute das goldene Vließ jagten, suchen die drei Frauen im Schauspielhaus das Glück. Sie essen Glückskekse, fliegen um die Welt, halten in der Wüste Vorträge über den Wassermangel, debattieren beim Besteigen des Mount Everest die Probleme der Globalisierung und kündigen per Anrufbeantworter einen terroristischen Anschlag an. Die Aufführung ist ungefähr so wirr wie die Inhaltsangabe, und die trashige Bühnenästhetik (mit billigen Live-Video-Effekten) hat man so ähnlich schon öfter und besser gesehen. Nach nur einer Stunde ist das Stück plötzlich aus. Spätestens dann weiß man, dass man manchmal gut beraten ist, seinen Instinkten zu vertrauen. WK Schauspielhaus, Sa, So 20.00


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