Kabarett Kritik

So radikal, dass es fast schon nicht mehr lustig ist

Lexikon | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Severin Groebner gibt sich in seinem neuen Programm "Man müsste mal …" als österreichischer Vertreter eines weltweit ausgestrahlten "TVTrottel-Events" mächtig Mühe, unsympathisch zu wirken. Das gelingt ihm so gut, dass dabei manchmal auch der Humor auf der Strecke bleibt. Wir befinden uns hinter den Kulissen einer großen Show, die ihn als Kabarettisten reich und berühmt machen soll. Während er in der Garderobe seine Künstlerbiografie ständig neu erfindet, tritt draußen auf der großen Bühne eine Nation nach der anderen vor den wahren Leistungsträgern dieser Welt auf. Groebner wettert wirklich lustig gegen Volksmusik, er singt ein wenig falsch und schwadroniert ein bisschen viel über die eigene Entscheidungsunfähigkeit. Aber auch der Versuch, dem eigenen Saalpublikum zu schmeicheln, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die eigentliche Inspiration ein Rundumschlag ist, der bei aller Liebe zu Löchern - eines von vielen Themen des Abends - nur kahle Stellen übriglässt. BH

Kulisse, Mo 20.00


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