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Kurz besprochen

Lexikon | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Reportagen

Jutta Voigt: Im Osten geht die Sonne auf. Bebra, 224 S., € 17,40

16 Millionen Ex-DDR-Bürger erlebten ab 1989 eine Berg- und-Tal-Fahrt zwischen Euphorie und Enttäuschung, neuen Möglichkeiten und Nicht-mehr-Mitkönnen. Sie befanden sich auf einmal in einem anderen Land, ohne je fortgegangen zu sein. Eine von ihnen war die Ostberliner Journalistin Jutta Voigt, die mit ihrer Synthese von Genauigkeit und Empathie schon lange vor 1989 als außergewöhnlich gelten durfte. Außergewöhnlich auch, dass die früheren ihrer Skizzen des Berliner Alltags zwischen 1979 und 2005 schon in der DDR veröffentlicht wurden, deren subtile Schärfe der Zensur überraschenderweise entging. Die Gefahren solchen Schreibens waren Voigt bewusst. Gerne wäre sie als Reporterin tätig gewesen, stattdessen wurde sie Filmkritikerin der Wochenzeitung Der Sonntag, beschrieb nur manchmal das „einzelne, kleine Leben“ in kurzen Essays – auch das zuweilen politisch und hochkomisch.

Voigt überzeugte als


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