Buch der Stunde

Lexikon | Karin Chladek | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Genau 20 Jahre ist es her, dass der angeschlagenen DDR-Führung am 9. November 1989 ein kleiner Regiefehler mit großen Folgen unterlief: Nachdem das ZK-Mitglied Günter Schabowski bei einer live übertragenen Pressekonferenz in Berlin irrtümlich verkündet hatte, die beschlossene Reisefreiheit für DDR-Bürger gelte „sofort, unverzüglich“, zogen tausende Ostberliner zu den innerstädtischen Grenzübergängen und bestanden darauf, durchgelassen zu werden. Die überforderten Grenzer an der Bornholmer Straße gaben zuerst nach. Es folgte eine Kettenreaktion und eine der euphorischsten Nächte der europäischen Geschichte: die Nacht, in der die Berliner Mauer fiel. In kollektiver Erinnerung blieben Mauerradfahrer, Spaziergänger durch das abgeriegelte Brandenburger Tor und Trabis, die wie auf einmal am Ku’damm erschienen. Die folgende, zuerst rasante und dann zähe deutsch-deutsche Vereinigung ist eine Generation später alles andere als abgeschlossen.

Eine der originellsten Annäherungen


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