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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Manchmal braucht man auch ein bisschen Glück, damit das, was man ohnedies gut gemacht hat, auf breitere Anerkennung stößt – selbst wenn es durch einen Preis eigentlich nicht besser wird, als es eh schon war. Herta Müller war auch schon vor dem 8.10.2009 nicht einfach irgendwer. Also hat sie Falter-Autor Erich Klein für die von ihm konzipierte Veranstaltung „Dilemma 89“ eingeladen – lange bevor vom Literaturnobelpreis auch nur die Rede war. Und auch das Gespräch, das Sigrid Löffler und Herta Müller in ihrer gemeinsamen Wahl- und Wohnstadt Berlin miteinander geführt haben, war schon Wochen davor vereinbart worden (es wurde übrigens qua korrekturloser Zustimmung durch die Befragte autorisiert). Und so fügt es sich also schön und trefflich, dass Müllers Wien-Auftritt von diesem informativen und interessanten Interview präludiert wird. Eröffnet wird „Dilemma 89“ übrigens von Richard Wagner, in dessen Roman „Die Muren von Wien“ (1990) zu lesen ist: „Die Obszönität des Wortes, Zungenkuss‘. In der Straßenbahn horchte er dem Ungarischen nach. Straßenbahnfahren war wie früher. Er kaufte eine Stadtzeitung, den Falter.“

Neben ihrer Wertschätzung für Müller teilen Löffler und Klein auch eine beachtliche Reisetätigkeit. Klein unternimmt mit dem Privat-Pkw gern spontane Stippvisiten nach Lemberg, und Löffler hatte vor Niederschrift des Interviews gerade eine weiträumige Tour zwischen Schweden und der Schweiz hinter sich gebracht, die auch Destinationen wie Esslingen und St. Pölten umfasste. Alles für die Literatur!


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