Seinesgleichen geschieht

Als das Wünschen noch geholfen hat: Faymann und Pröll, haltet inne!

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Stellen wir uns vor, während dieser Text produziert wird, beschließt der Ministerrat der Republik Österreich, Wissenschaftsminister Johannes „Gio“ Hahn nicht als österreichischen EU-Kommissar zu nominieren. Wir im politischen Business haben es verlernt, uns irgendwas vorzustellen. Pragmatismus ist angesagt, alles andere wird verhöhnt, zum Teil ja auch zu Recht. Man muss nicht immer Visionen haben.

Dennoch ist der derzeitige Zustand totaler Fantasielosigkeit unerträglich. Als ich kürzlich eingeladen war, bei den Protestierenden im besetzten Audimax zu sprechen, fiel mir ein alter Satz ein. „Die Fantasie an die …“, rief ich. „… Macht“, schallte es mir aus dem Audimax entgegen, ehe ich weiterkam. Die Fortsetzung ist ebenso falsch wie verbreitet. Der alte Ernst Bloch pflegte zur Zeit der 68er-Studentenbewegung gern darauf hinzuweisen: An der Macht hat die Fantasie nichts verloren, Macht und Fantasie widersprechen einander; die Fantasie gehört an die Front, sagte er, sie


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