„Jeder gibt den Ton an“

Politik | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Wie eine Besetzerin der Uni Wien den „Audimaxismus“ lebt – und ihn ihrem Großvater zu erklären versucht

Reportage: Stefan Apfl

Barbaras Großvater ist beunruhigt. Von Simmering aus verfolgt der Pensionist in der Krone die Studentenproteste. Tausende fauler Studenten ziehen da durchs Land, sie tanzen betrunken auf den Straßen, übernachten in verdreckten Hörsälen. Also greift er zum Hörer und ruft seine Enkelin, eine protestierende Publizistikstudentin, an, um ihr jene Frage zu stellen, die derzeit ganz Österreich umtreibt: Was ist da los? „Opa, wir wollen die Deutungsmacht“, sagt Barbara, 24, zu ihm.

Später, es ist Samstagabend, sitzt die Studentin mit einem Bier in der Hand neben Freunden am Gang vor dem Wiener Audimax, das zu diesem Zeitpunkt bereits zehn Tage lang besetzt ist. Im vollbelegten Hörsaal läuft gerade die Premiere eines Viennale-Films über die Wiener Flüchtlingshelferin Ute Bock.

Das Telefonat zwischen den beiden könnte exemplarisch für die Gespräche


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