Die Demokratie als Wiege des Überwachungsstaates

Politik | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Wolfgang Krieger erzählt mehrere tausend Jahre Menschheitsgeschichte im Spiegel der Geheimdienste

Rezension: Fritz Trümpi

Politische Spionage ist so alt wie politisches Machtstreben selbst – so die durchaus plausible Leitthese des deutschen Geheimdienstforschers Wolfgang Krieger. In Siebenmeilenstiefeln durcheilt er die Geschichte der Geheimdienste vom alten Ägypten bis zur CIA der Vereinigten Staaten und hat sich damit viel vorgenommen, zu viel vielleicht. Denn wie die streckenweise anstrengende Lektüre des Buches belegt: Es ist nicht leicht, auf 340 Seiten eine empirisch fundierte Studie zu mehreren tausend Jahren Menschheitsgeschichte unterzubringen.

Kriegers Argumentation leidet unter der Materialfülle: Sie fällt bisweilen – gezwungenermaßen – verkürzt und nicht immer nachvollziehbar aus. Und das, obwohl die Quellenlage, insbesondere jene aus der Zeit der Antike, äußerst dünn ist. Krieger räumt ein, es gehe in der Erforschung der antiken Geheimdienste primär darum, versteckten

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