Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Der Kotzbrocken von nebenan ist eines der charmantesten Motive in der Serienwelt. Am besten funktioniert dieses Konzept dann, wenn der Ungustl als „Chef“ auftritt und den Herrn über eine Bürogemeinschaft spielt. Die BBC-Serie „The Office“ zeigte erstmals ein wunderbares Porträt eines Vorgesetzten, wie man ihn sich nicht wünscht. Ein selbstgefälliger Dummian, der nach oben buckelt und nach unten tritt, unlustige Witze reißt, über die nur seine Hofschranzen lachen und sich ingesamt für sehr großartig hält. 2004 entwickelte Pro7 eine bundesdeutsche Variante der Serie, die mit dem englischen Original jedenfalls mithalten kann. Bernd Stromberg ist Ressortleiter Schadensregulierung M-Z der fiktiven Capitolversicherung, ein Wichtigtuer und Ekel, der zur Demonstration seiner Macht, wie etwa für den besseren Firmenparkplatz, über Leichen geht („Stromberg“, Di, 22.15 Uhr). Ein gescheit gezeichneter Antiheld, umgeben von Chefschleimern und zu netten Büromenschen. Wie so oft in den Firmen da draußen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige