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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Ich bin total schockiert. Bis vor kurzem glaubte ich an das Wahre, Gute und Schöne. Vor allem im Internet. Jetzt stellt sich heraus, dass sogar im Web gelogen wird. Meine Freundin Berta erklärte mir neulich, dass sie eine Zweitidentität auf Facebook besitzt. Sie nutzt diese, um in Onlinespielen eine höhere Punktezahl zu erschummeln oder auch, um ihr reales Ich besser dastehen zu lassen. Auf dem Freundschaftsportal gibt es etwa den „I Like“-Button. Den drückt man, um zu zeigen, dass man den Kommentar oder das Foto eines Freundes ganz toll findet. Doch was macht Berta? Sie schleicht sich unter falschem Namen ein und drückt bei allem „I Like“, was ihr echtes Ich von sich gibt. So wirkt die echte Berta viel populärer, als sie tatsächlich ist. Und das Schlimmste daran ist: Berta ist nicht die Einzige mit einem virtuellen Doppelleben. Ihr böses Alter Ego hat eine Handvoll Facebook-Kumpels, die allesamt Fälschungen sind. Ich finde das asozial, aber auch uncool. Echt: Wie doof muss man sein, dass man zwei Facebook-Accounts braucht?


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