Renaissance am Kaminfeuer

Feuilleton | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Sting und Rolf Lislevand übertragen den Geist 500 Jahre alter Musik in unsere Zeit

Doppelrezension: Carsten Fastner

Der Winter bringt viel Schreckliches mit sich, und fraglos zählt dazu auch das starke Bedürfnis nach Kaminfeuerkitsch, das er in den Menschen hervorruft. Man mümmelt sich in dicke Schals, klammert die klammen Finger um selbstgetöpferte Teetassen, bestaunt die Eisblumen am Fenster …

Mit Stimmungsbildern wie aus dem Ikea-Katalog kokettiert Sting, wenn er sein neues Album der die Sinne einfrierenden Jahreszeit widmet und darauf 15 klassische Winterlieder wohlige Wärme verbreiten lässt. „If on a Winter’s Night …“ heißt es, auf dem Coverfoto stapft der Sänger, fesch eingemümmelt im dicken Schal, durch eine schneebedeckte Landschaft.

Aus dem blondierten Kopf der New-Wave-Band The Police ist längst ein vollbärtiger Konsenspopstar fürs Bildungsbürgertum geworden, der im Beiheft vor den Folgen der Klimakatastrophe für seine Lieblingsjahreszeit warnt: Die Winter

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