1989 Als der Osten Westen wurde

Der Mann aus drei Welten

Stadtleben | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

20 Jahre Wende Der Slowake Peter Šeastný spielte Eishockey für drei Nationalteams, floh spektakulär über Wien, half bei der Gründung seiner unabhängigen Nation. Porträt eines Wendeschicksals

Rekonstruktion: Nikolaus Panny, Stefan Rathmanner

Der Passagier am Flughafen Schwechat fällt nicht auf an diesem Nachmittag. Eine robuste Nylontasche baumelt um seine Schulter, er grüßt leise. Dass Peter Št’astný in seinem Heimatland wie eine Ikone verehrt wird, dass er geradezu als Volksheld gilt, würde man in diesem Moment nicht glauben. Hier aber dreht sich niemand nach ihm um, in Wien fragt niemand nach Autogrammen. Št’astný gibt sein Gepäck ab, fährt die Rolltreppe hinauf, wählt im Café den hintersten Platz und beginnt ohne Umschweife zu erzählen.

Šeastný, 53 Jahre alt, immer noch durchtrainiert, ziegelrotes Shirt, schlichtes Sakko, ist ein Symbol. Ein osteuropäischer Sportler, der wie kaum ein zweiter zum Politikum wurde. Der das kommunistische System, in dem er aufwuchs,


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