Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Traubenmost

Stadtleben | aus FALTER 45/09 vom 04.11.2009

Most ist Sturm für Kinder und solche, die „noch fahren“ müssen

Den Sturm, die Vorstufe zum neuen Wein, haben wir an dieser Stelle bereits ausführlich und rechtzeitig behandelt. Eine feststoffliche Begleiterscheinung können Sie in der Rubrik nebenan nachlesen bzw. -backen. Die Produzenten auf den Märkten bieten aber derzeit nicht nur den Sturm in der Glasflasche an (falls es noch nicht stürmt: bei Zimmertemperatur aufbewahren, dann tut sich was!), sondern auch die leichte Variante, den Traubenmost.

Und dieser Süßmost ist durchaus einen Versuch wert. Zuerst muss man sich natürlich entscheiden: Rot oder Weiß. Aber das ist beim Sturm und beim Wein ja nicht anders. Beim Most bleibt es eine Entscheidung nach optischen Kriterien, denn interessanterweise sind zwischen Rot und Weiß kaum geschmackliche Unterschiede auszumachen. Die Frage nach bestimmten Rebensorten stellt sich ohnehin nicht. Was auch daran liegt, dass Süßmost seinem Namen alle Ehre macht – er ist vor allem süß. Mitunter ist die Süße der Trauben sogar so heftig, dass es beim Trinken in der Speiseröhre kratzt, als wäre da ein scharfes Curry unterwegs. Es empfiehlt sich also, Traubenmost mit (Leitungs-)Wasser zu strecken. Ist man bei halb-halb angelangt, wird das Süße mild, das Getränk bekommt fast etwas Erfrischendes.

Eine schöne Alternative, wenn alle anderen Sturm trinken und man selbst „noch fahren“ muss. Oder Kinder auch zu Maroni etwas ganz besonders Herbstliches im Glas haben wollen. Klar, Most gibt’s das ganze Jahr. Aber jetzt, frisch, ist er am besten. cw


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige