Kritiken

Die Musketiere vom Baggersee: „Iaxnbruad“

Lexikon | Valerie Kattenfeld | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

So ist das eben: Wennst ein schiaches Kind bist, hast keine Freunde. Höchstens solche, die selber auch schiach sind. Oder blöd. Die vier Figuren in Christian Suchys Inszenierung „Iaxnbruad“ sind Außenseiter. Ihr Leben: karg und eintönig wie das auf einen Tisch und drei Sessel reduzierte Bühnenbild im Tag. Geprägt von Wiederholungen wie die ewige Frage nach dem Kaffee oder das Beten für den Jackpot. Später, wenn die abgehackten Einzelstatements beginnen, sich miteinander zu verknüpfen, und die Frage nach dem verschwundenen Sigi auftaucht, kommt noch eine Bitte an die heilige Mutter Gottes hinzu: Lass den Fritz einen Unfall haben. Jener Fritz, der dauernd im Keller was zu tun hat. Das nicht nur sprachlich unverkennbar österreichische Stück wurde vom Ensemble selbst erarbeitet. Petra Strasser, Horst Heiß, Gernot Plass und Georg Schubert glänzen mit animalischem Wahnsinn in den Augen und schauspielerischer Höchstleistung. Ein spannungsgeladener Abend, der von kleinen Momenten im Dazwischen lebt, bei dem man gusch ist und auch mal deppert schaut.

Tag, Mi 11.11. und Do 12.11., 20.00


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