Festival 1

Kinderfilme — von Kanada bis Kaschmir

Lexikon | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Das Etikett „international“ darf dieses Filmfestival für Kinder und Jugendliche nicht nur aufgrund der Auswahl der Filme seit 20 Jahren für sich beanspruchen, sondern auch, weil diese bevorzugt in Originalsprache und live ins Deutsche übersetzt gezeigt werden, um den jungen Zusehern nicht den falschen Eindruck zu vermitteln, alle Filme seien in ihrer eigenen Sprache gedreht worden.

Von Zeichentrickfilmen über große Freundschaften („Mama Muh und die Krähe“) bis zu Pubertätsdramen („Max(imal) peinlich“) ist auch dieses Mal für alle Altersklassen etwas dabei. Das Besondere sind dann auch nicht die liebevoll gemachten, aber auch wenig überraschenden Beispiele für Bildungskino – wie etwa „Niloofar“, in dem die gleichnamige Heldin sich gegen eine Zwangsverheiratung und für ihren Schulweg entscheidet, oder „Das große Rennen“ aus Irland, in dem Mary sich in der Seifenkiste mit derselben Hartnäckigkeit gegen die Bubenkonkurrenz durchsetzt, mit der sie auch ihr Berufsziel in der Automobiltechnologie angehen wird.

Nein, es sind ästhetische Wunder wie der Animationsfilm „Brendan und das Geheimnis von Kells“ über einen Jungen, der dabei helfen darf, das mythenumwobene „Book of Kells“ fertigzustellen, während das Kloster, in dem er lebt, von einem Angriff der Wikingern bedroht ist. Die Geschichte ist zwar erfunden, aber – inspiriert von der mittelalterlichen Buchkunst – einfallsreich und zauberhaft umgesetzt. Oder „Ich schwör’s, ich war’s nicht!“ des Kanadiers Philippe Falardeau über die aus allen Rahmen fallenden Aggressionen des zehnjährigen Leon, dessen Mutter nach Griechenland abgehauen ist, und seine befreiende Freundschaft zu Lea – beides Filme, die Erwachsene wie Kinder gleichermaßen ansprechen können.

Internationales Kinderfilmfestival: von 14. bis 21.11. im Cine, Cinemagic, Votiv und Gartenbau – Infos unter www.kinderfilmfestival.at


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