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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Gerade schneite Christopher Wurmdobler in mein Kabäuschen und meinte: „Für die Wurzel ist es noch zu früh.“ Ich hatte ihm nämlich eine SMS geschickt („Schabernack mit dem Pastinak“), und Wurme hatte das als Hinweis auf den Grundkurs Kochen aufgefasst, wobei dort jetzt mit Zwiebelkuchen und Erdäpfelgratin ohnedies zwei untopbare Hammergerichte am Start waren, da hat es der Pastinak natürlich schwer – für den es eben noch zu früh ist, weil Wurmdobler den ganzen Winter über noch Wurzeln kaputtkochen muss und ihm das dann zu viel wird.

Noch zu früh ist es wohl auch für die aktuelle Geschirrspülmittelweihnachtsedition (Zwetschke-Zimt ist heuer schon von einem Wellnesswässerchen besetzt, also wird es vielleicht Glühwein oder Marzipan). Weil ich seit Jahren auf dem Verteiler der Firma Henkel stehe, bin ich relativ firm in diesen Dingen. Am ausgeflipptesten ausdifferenziert ist die Haarpflege: Jüngstes Produkt ist ein Hitzeschutz-Styling-Spray; Zielgruppe: Models für den Feuerwehrmannkalender und schwule Hochofenarbeiter. Die Produkte, die ich nicht selbst verwende, stelle ich auf den Südostzipfel der Rezeption, das drei Schritte von der Feng-Shui-Ecke entfernte Henkel-Eck. Am meisten um die Zusendungen beneidet hat mich immer Barbara Tóth, die offenbar ein schmutziges Leben führt, denn sie hat mir stets die Waschmittel abgeschnorrt. Offiziell befindet sich Barbara Tóth in Karenz. Tatsächlich bewirbt sie sich als Superpraktikantin bei Josef Pröll, wo sie das Ranking uneinholbar anführt ( www.superpraktikant.at). Dafür wurde der Mutterschutz aber nicht erfunden!


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