Kommentar

Rektor Stephan Schmidt-Wulffen wird von seinen Kindern gefressen

Bildung

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Die Aula der Akademie der bildenden Künste war bereits besetzt, bevor der Studentenprotest an der Hauptuni losging. Anlass war die Absicht des Rektors, das Bachelor-Master-Studienmodell auch auf die Kunstausbildung anzuwenden. Die Vertreter der Lehrenden und Studierenden wehrten sich dagegen monatelang. Rektor Stephan Schmidt-Wulffen hielt an dem Vorhaben fest – und steht daher als willfähriger Exekutor ministerieller Wünsche am Pranger.

Es liegt nicht nur an der Erfüllung klischeehafter Erwartungen in die Dissensbereitschaft der angehenden „Kulturproduzenten“, dass die Proteste gerade an der Kunstuni begannen. Besonders offensichtlich wird hier nämlich die Fragwürdigkeit eines mechanistischen Modells der Hochschulbildung, das in Studierenden eine mit Wissen zu fütternde Masse sieht. Der Bachelortitel bedeutet nach dreijähriger Informationsverarbeitung die Zugehörigkeit zur Klasse des Dienstleistungsproletariats.

Lässt sich künstlerisches Wissen überhaupt unterrichten wie


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