„Jeder bringt seine persönliche Hymne mit“

Politik | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Die Protestmusikerin Eva Jantschitsch, alias Gustav, über Soundtracks, Solidarität und den neuen Wir-Begriff

Gespräch: Stefan Apfl

Dienstag, 3. November, kurz nach Mitternacht im voll besetzten Audimax. Als Gustav ihren Laptop aufklappt und das Mikro ergreift, jubeln Tausende.

Falter: Ihr Auftritt im Audimax war einer der bisherigen emotionalen Höhepunkte der Besetzung. Wie kam es zur musikalischen Solidaritätserklärung?

Gustav: Ich teile die Forderung nach einem breiten Diskurs über den Wert von Bildung für die Gesellschaft. Dieses Motiv zieht sich teilweise auch durch meine Arbeit. Ich selbst habe dreimal das Studium gewechselt und die Universität als sozialen Raum verstanden. Damals gab es noch genug Zeit, Ruhe und Raum, in dem man diskutieren konnte. Zuerst musst du dich füttern, alles wie ein Schwamm aufsaugen. Dann brauchst du aber auch die Zeit, das alles auszuwerten und zu verdauen.

Erleben wir gerade ein großes Verdauen?

Gustav: Es ist ein schönes Bild. Plötzlich ist eine


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige