Harry, fahr schon mal den Wagen vor!

Politik | aus FALTER 46/09 vom 11.11.2009

Harald Himmer könnte Wiener ÖVP-Chef werden – ein Zeichen für das Drama der Bürgerlichen

Bericht: Julia Ortner

Immer frech, immer gegen die da oben, immer locker. Das war Harald Himmer, genannt Harry. Das flotte „Harry“ passte auch viel besser zum jungen Revoluzzer mit der jovialen Art und dem Wiener Spruch. Der Bundesobmann der Jungen ÖVP genoss seine 15 Minuten Ruhm 1990, als er unter dem Motto „Bonzen quälen, Himmer wählen!“ in den Vorzugsstimmenwahlkampf um einen Parlamentssitz zog. Sein Programm war klar umrissen, seine Pressekonferenzen waren unterhaltsam: „Bonzen, wollt ihr ewig fressen? Harry Himmers Diätvorschläge gegen die Politversklavung“. Der juvenile Populismus scheiterte, Himmer schaffte es nicht in den Nationalrat. Die Marke Bonzenquäler blieb dem WU-Absolventen, der nach der Uni beim Technikkonzern Alcatel anfing.

Fast 20 Jahre später avanciert der einstige Rebell selbst zum Bonzen. Himmer, 44, Alcatel-Chef Österreich und schwarzer Bundesrats-Vizepräsident,

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